16. Oktober 2017

Wie schaffen wir es in unserer modernen Zeit – die Jugend für unsere Gemeinde zu begeistern?

Den interessanten Schlusspunkt des zweitägigen, kommunalpolitischen Seminars setzte Bürgermeister Artur Ostermaier aus Steißlingen. Als Beweger, Motivator, Kreisrat, Fraktionsvorsitzender und Vizepräsident des Gemeindetages ist er eine Institution in der Kommunalpolitik Baden-Württembergs. Mit 40 Jahren Amtszeit gehört er zu den Unikaten unter der Bürgermeisterriege.

Sein Thema war die Jugend! Wie schaffen wir es in Zeiten moderner Medien, die Jugend für unsere Gemeinde zu begeistern? Dabei zeigte er zunächst die Ausgangslage in Steißlingen auf: Eine interessante Gemeinde im Dreieck Singen – Radolfzell – Konstanz. Zuerst wurden die Jugendlichen gefragt, was sie in Steißlingen gut finden und welche Wünsche sie für die Zukunft in Steißlingen hätten.

Erfolgsfaktor 1: Mit den Jugendlichen reden, kommunizieren und sie fragen – auch mit Hilfe von  modernen Medien (Online-Umfrage). An der Spitze des Prozesses stand der Bürgermeister; er hatte aber mit Udo Wenzl einen echten Jugendbeteiligungsprofi engagiert, der es verstand viele jungen Menschen in Steißlingen ins Boot zu holen. Das kostete natürlich Geld, aber darauf hatte Bürgermeister Ostermaier seinen Gemeinderat bereits zuvor eingestimmt.

Erfolgsfaktor 2: Ohne Mittel, ohne Haushaltsansatz, ohne Zuschüsse – keine Möglichkeiten – und auch keine Profis für Beteiligung vor Ort. Aber Geld wurde von BM Ostermaier und seinem Gemeinderat bereitgestellt. Dann wurden die ganz konkreten Ideen wie z.B. ein Biotop für Eidechsen kurzfristig mit Hilfe der Kinder und Jugendlichen angelegt und in die Tat umgesetzt.

Erfolgsfaktor 3:  Zwischen Entschluss und Umsetzung darf nicht viel Zeit vergehen. Natürlich mussten auch dicke Bretter gebohrt werden, wie z. B. der Wunsch der Jugendlichen nach einem Drogeriemarkt oder einen Verbesserung des ÖPNV. Aber auch hier zeigte der Bürgermeister und Fraktionschef im Kreistag auf, dass mit Mittel und Einfluss, es Möglichkeiten gab, in Steißlingen die Nahversorgung zu verbessern und einen Bus für die verbesserte Verbindung in die Zentren einzurichten. Dabei darf abschließend nicht vergessen werden, dass die neue Gemeinschaftsschule mit ihren vielfältigen Angeboten in Steißlingen auch zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren gehörte, Kinder und Jugendliche – in Zeiten moderner Medien –  für ihre Gemeinde zu begeistern.

14. Oktober 2017

Motivation im Ehrenamt – mit dem Survey, der Shellstudie, Prof. Correll und Co.

Mit dem Thema „Wie motiviere ich im Ehrenamt“ hatte sich Bildungsleiter Friedhelm Werner intensiver beschäftigt. Bei seinen vielfältigen Besuchen von kommunalpolitisch aktiven Vereinen sind ihm einige Aspekte aufgefallen, die sich positiv oder negativ auf die Motivation im Ehrenamt auswirken können.

Zunächst mussten die Teilnehmer allerdings folgende Frage beantworten: „Welches ist die interessanteste Tätigkeit, die in ihrem Verein anfällt oder die ihre Verein zu vergeben hat„? Schon allein der Austausch über die Frage war spannend und die Teilnehmenden kamen schnell miteinander ins Gespräch.

Im Anschluss zeigte er aus verschiedenen Quellen Punkte auf, die die Motivation grundlegend beeinflussen. Dazu gehörte neben dem „Buch der Bücher“ (Bibel: Glaube – Liebe – Hoffnung) auch der aktuelle Freiwilligen Survey, die neue Shell-Jugendstudie, Ergebnisse von Prof. Dr. Werner Correll  und die dreiteilige Motivationsraute von Martin Sauer. Selbstverwirklichung, Ehrgeiz, Neugier, … aber auch unechte Motivatoren wie Status, Kompetenzerweiterung, Fortbildung, … und sogenannte Motivationskiller standen im Mittelpunkt des Vortrages von Friedhelm Werner. Im Anschluss zeigte er auf, mit welchen Rahmenbedingungen die Motivationsfaktoren in den Vereinen noch besser zur Geltung gebracht werden können. Freiraum ermöglichen, Zertifikate verteilen, Kompetenzen aufzeigen und eine gute Wertschätzungs- und Anerkennungskultur einführen, waren einige Tipps, die er in seinem Vortragsgepäck dabei hatte. Und nicht zu vergessen: Wer für seinen Vereinsmitglieder keine ZEIT hat, der kann sie auch nicht motivieren.

13. Oktober 2017

Zweitägiges kommunalpolitisches Seminar: Ratsinformationssystem – so geht’s … mit Gerhard Waldbauer, Remseck

Das zweitägige kommunalpolitische Seminar dient neben der Wissensvermittlung durch Referenten auch der Gemeinschaft und dem Austausch unter den Teilnehmenden. Lernen von den Teilnehmenden steht dabei immer auch im Vordergrund. So entstehen am Abend – mit Kaminfeuer – oder ohne – immer gute Gespräche und oft auch ein Spontanvortrag, wie beim Seminar 2017.

Stadtrat Gerhard Waldbauer aus Remseck erklärte sich spontan bereit, nach dem Abendessen ein sogenanntes „Kaminseminar“ zu dem Thema durchzuführen: Wie funktioniert ein Ratsinformationssystem (RIS) und wie arbeite ich effektiv mit dem Ipad?

In seinem informativen Vortrag zeigte Gerhard Waldbauer auf, wie man im RIS z. B. die aktuelle Tagesordnung des Gemeinderates und seiner Ausschüsse findet. Weiter wurde dargestellt, wie man zu den Sitzungsunterlagen kommt und diese auch bearbeiten (Notizen hinzufügen, Texte hervorheben, nach Inhalten suchen, Details aus Plänen ersehen, …) kann.

Natürlich sind in einem RIS die nichtöffentlichen Unterlagen mit Benutzername und Passwort geschützt, damit nur Gemeinderäte oder Mitglieder der Gremien Zugang zu diesen Informationen erhalten. Interessant war auch die Anregung Sitzungen mit einer Mindmap vorzubereiten, die einem schnell und übersichtlich die wesentlichen Punkte der anstehenden Sitzungen – und seine Redebeiträge oder Anfragen – vor Augen führen.

Das überraschte Fazit der Teilnehmer war eindeutig: Bei Stadtrat Gerhard Waldbauer aus Remseck hat mit dem RIS und seinem Ipad das papierlose Büro bereits Einzug gehalten.

 
 
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