30. September 2016

Forumsbericht Teil 2: Udo Wenzl: „Es gibt zahlreiche, gute Möglichkeiten, … ohne den § 41 a immer im Visier zu haben … „

Udo Wenzl, systemischer Kommunalberater und Experte in Sachen Kinder- und Jugendbeteiligung ging in seinem Vortrag nicht ausdrücklich auf den § 41 a GemO ein. Er zeigte vielmehr die zahlreichen Möglichkeiten und Chancen auf, die Kinder- und Jugendbeteiligung in den Städten und Gemeinden bieten könne. Natürlich stellte er zu Beginn die Kriterien für eine gelingende Beteiligung in den Vordergrund:

  • gute und niederschwellige Partizipationsmöglichkeiten (Anhörungen, Besuch im Rathaus, Homepage, soziale Netzwerke, …)
  • bereitgestellte Ressourcen (Personal – für die Betreuung, Motivation, … – und Finanzen, um Projekte in Gang zu bringen, …)
  • politische Unterstützung von der Spitze der Verwaltung und Politik
  • geeignete Informations- und Kommunikationsstrategien (welche Informationen komme wie zu den Kindern und Jugendlichen)

Mit seinen vielen lebendigen und praxiserprobten Beispielen konnte Udo Wenzl auch die Skeptiker beim Ulmer Forum schnell überzeugen:

  • Gemeindedetektive – entdecken die Gemeinde
  • Kinderparlamente – beraten über aktuelle Themen
  • Kinderforen oder Kinderrathaus – zu spannenden Themen (was können wir für Integration tun …)
  • Klassenrat (in der 8. Klasse besonders geeignet)
  • Termin mit dem Bürgermeister (Fragerunde zu aktuellen Themen, Rathausbesichtigung, Besichtigung der Gemeindeeinrichtungen, …

waren nur einige wenige Beispiele aus seinem reichhaltigen Repertoire, mit dem Udo Wenzl die Frage nach dem „wie“ der Jugendbeteiligung (Formen, Art und Weise) einer Lösung zuführte. Natürlich durfte auch der schon legendäre und von ihm entwickelte „8er-Rat“ mit entsprechenden Beispielen nicht fehlen. Ein Gemeindeentwicklungskonzept, ein Schulwegeplan, eine neue Radwegeführung, ein neuer Kinderspielplatz seien lt. Udo Wenzl tolle Möglichkeiten, mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch über ihre Gemeinde oder ihre Stadt zu kommen. Markdorf, Steißlingen, Radolfzell oder Konstanz … von überall konnte der Kinder- und Jugendbeteiliger gute und gelungene Beispiele aufzeigen, die den Blick mehr auf die Chancen und Möglichkeiten – und weniger auf die Riskien des neuen § 41 a GemO lenkten. Mit Kinder- und Jugendbeteiligung könne man sogar den Generationendialog aktiv beleben und so Jung und Alt wieder miteinander ins Gespräch bringen. Auch über die Vereine (deren Jugendbeauftragte) gäbe es gute Möglichkeiten, Beteiligung und Engagement für seine Gemeinde attraktiv zu gestalten. Selbst interkommunal könne Kinder – und Jugendbeteiligung erfolgreich sein, wie das Projekt „Mobil im Tal“ unter Beweis stelle. Weitere Informationen stehen Ihnen unter www.udowenzl.de. zu Verfügung.


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